1 Anregungen (in Form von Texten, e-mails, Statements, Hinweisen usw.) erhielt ich u.a. von Michael Charlier, Regula Erni, Fredericke Frei, Jan Ulrich Hasecke, Christiane Heibach, Rainer Hülße, Friedrich Kittler, Claudia Klinger, Thomas König, Georg M. Oswald, Matthias Politycki, Christopher Ray, Verona Reichel, Hermann Rotermund, Uwe Timm, Paul Virilio 2 Dies stellt eine historische Konstellation auf den Kopf. Während (Noten-)Papier in früheren Zeiten sehr teuer war und die kulturelle Produktion bremste, verhält es sich nun umgekehrt. 3 Die Nachfragebindung von "Psychoangeboten" scheint stark qualitativ (und nicht so sehr quantitativ) zu sein. 4 Allgemein ergänzend: Möglicherweise verändert in Zukunft das Wissen darum, einen Text unmittelbar im Internet veröffentlichen zu können, die Produktion des Literarischen. Auch in der Vergangenheit haben Techniken der Literaturproduktion diese selbst beeinflußt. Schon die Einführung der Schreibmaschine veränderte die Ergebnisse, machte Texte entweder kürzer und brüchiger oder fahriger und länger oder auf Kombinatorik hin orientiert usw. Ähnliches wiederholte sich mit Aufkommen des Computers. 5 Der Umstand der Ortsunabhängigkeit des Internets hat eventuell ein verändertes Raumvorstellungsvermögen zur Folge, auch mit neurophysiologischen Konsequenzen. Interessant ist hier der Hinweis, daß die Menschen erst ab ca. 430 n.Chr. ein Abstraktionsvermögen erreichten, um Bücher leise zu lesen. Was sich damals als innere Sprechaktivität bildete, mag heute seine Entsprechung finden. Bezüglich der sozialen Beziehungen, gibt es die Befürchtung, wonach nur mehr virtuell und unter Mißachtung des Nächsten kommuniziert und gelebt wird. Ein historisches Bewußtsein könnte technischen Fundamentalisten, die die zukünftige Zivilisation prägen, abhanden kommen, was zu Gewaltausbrüchen führen könnte. |